Gedanken (öffentlich einsehbar)

Tagebuchauzüge, Berichte und Gedanken

Moderator: bonny

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Leeshie

Beitrag von Leeshie » 21.05.2013, 21:48

Diese Angst kenne ich leider auch sehr gut. Wenn Leesha nachts in ihrem Kissen rumnestet (sie schläft neben meinem Bett) sitze ich oft schon senkrecht mit Herzklopfen da, weil ich befürchte, dass der nächste Anfall kommt. Bei jedem komischen Geräusch das sie macht schaut man sofort nach, was los ist...Unser ganzer Alltag ist umgestellt, ich bin auch immer am austarieren, wie ich sie auslasten kann/darf, damit sie auf keinen Fall überfordert wird. Wir tun einfach alles, dass es ihr so gut geht wie möglich.

LG Raimi mit Leesha

Eisprinzessin

Beitrag von Eisprinzessin » 22.05.2013, 06:34

aber das allerschlimmste für mich ist die angst. diese verdammte angst vor dem nächsten anfall. dass er in einen status fallen könnte, dass ich ihm nicht helfen kann... kaum irgend etwas hat unser leben so verändert wie diese epilepsie. ich bin schon so wuggi, dass ich manchmal richtig angst habe wenn ich mit den hunden allein unterwegs bin. shanuk ist mit seinen 33 kg jetzt nicht gerade ein hund den ich mal schnell ins auto verfrachte u. zum tierarzt fahren kann im notfall. der alltag ist auf die pünktliche medikamentengabe ausgelegt und wenn ich morgens zur arbeit fahre, hab ich immer im hinterkopf was wenn .... und wie tut shiva wenn ich nicht da bin....

aber dennoch liebe ich diesen hund über alles und wir wurschteln jetzt schon mehr als 4 jahre so dahin, also kriegen wir das die nächsten jahre auch noch hin. und ich hoffe, dass es noch viele jahre sind.... von Alice und Shanuk

Brehmion

Beitrag von Brehmion » 23.05.2013, 08:25

Diese Angst wird uns begleiten solange unsere Epis leben.
Murphy hatte heute nacht auch wieder nun schon nach 1 Woche) einen Anfall. Dr Anfall selbst war leicht aber danach... er konnte 45 min. nicht laufen, kaum aufstehen, jammerte und winselte. Ich saß weinend mit ihm auf dem Boden...
Man weiß nicht wie es weitergehen soll und liebt sie doch so sehr.
Traurige Grüße
Marion, Murphy und Maggy (die immer aggressiver und verstörter reagiert wenn er krampt)

Brehmion

Beitrag von Brehmion » 24.05.2013, 09:49

Das ist sehr schön geschrieben.. ich glaube das unterschreiben wir alle !
LG
Marion

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Beata
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Beitrag von Beata » 24.05.2013, 11:16

Dem schließe ich mich an, Arokh, Du schreibst mir aus der Seele.
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Alle Tipps zu Medikamenten immer mit dem TA absprechen!!

Bronko

Beitrag von Bronko » 24.05.2013, 13:08

Danke Arokh, das hast du super geschrieben.

Drei Tage nachdem ich Bronko gehen lassen musste, mischt sich nach und nach ein bisschen Alltag unter die Trauer, die immer noch tief im Herzen sitzt.
Das Leben mit einem Epi ist kein leichtes und die Angst läuft immer mit. Das es für uns so schnell zu Ende gehen würde, hätte wohl keiner gedacht. Das Bronko bei der starken Ausprägung kein langes Hundeleben haben würde, war mir bald klar, aber ich hatte die Hoffnung, das uns etwas mehr Zeit bleibt.

Vieles in unserem Leben hat sich nach der Krankheit gerichtet und einiges muss nun tatsächlich quasi neu strukturiert werden

Ich schliesse mich den Wünschen von Arokh an

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Beitrag von Fledermaus » 28.05.2013, 17:22

Wenn ich das alles so lese, finde ich mich wieder...

die Angst, allein mit Gigi in eine Situation zu kommen, wo ich Hilfe auch mitten in der Nacht brauche... beim alleine spazierengehen... die blanken Nerven, wenn man aufschreckt, weil irgendetwas klappert, oder sonstige ungewohnte Geräusche aus der Richtung des Hundes kommen... der Schlaf, der so leicht ist, als hätte man ein Neugeborenes imZimmer... die ständige Beobachtung, die mir fast schon zwanghaft vorkommt... das Reagieren auf Veränderungen, die man bei einem gesunden Hund gelassen hinnehmen würde... die ständige Sorge, etwas zu übersehen, zu über- oder zu-unterfordern... Besuch der kommt, oder Besuche die man selber machen möchte absagt, weil man nicht riskieren will, dass ein Anfall ausgelöst würden könnte, und man sich nachher Vorwürfe macht... mein Wunsch nach einem 3. Bully, den ich von Monat zu Monat zurückstelle, weil ich mir nicht sicher bin, ob das gut oder schlecht für Gigi sein könnte...(wir hatten bis vor 1Jahr 3 Bullys...) das ganze Leben, das man ausschliesslich nach Medi-Gabe, wenig - ein bisschen - mehr oder gar nicht alleine bleiben können ausrichtet... die rechtfertigungen, die man selbst netten Hundehaltern - geschweige denn Nichthundehaltern oder nicht-netten Hundehaltern gegenüber immer wieder darlegen muss... dabei die eigene Unsicherheit und den eigenen Frust irgendwo unterbringen muss... die zärtliche Liebe, die man empfindet, wenn wir unsere Sorgenkinder ansehen, voller Hoffnung, voller Trauer, immer wieder voller Angst und Sorge - denn von uns hängt es ab, ob sie ein Leben haben, das es wert ist gelebt zu werden, und sei es noch so kurz, oder belastet... die stille Freude, wenn es unseren Hunden gut geht, das Gefühl, jeden guten Augenblick in uns aufsaugen zu müssen, weil sie so rar sind, und wir sie niemals vergessen wollen, und für immer in unseren Herzen und unserer Erinnerung bewahren möchten... weil das alles unser Leben mit einem Epilepsie-Hund bestimmt, und wir ihn mehr lieben, als unsere Bequemlichkeit und unseren Wunsch nach Unbeschwertheit und Freiheit, und weil ich fest daran glaube, dass meine Gigi und alle meine anderen kranken Hunde ausgerechnet bei mir gelandet sind hat seine Bestimmung.

Ganz liebe Grüsse an Euch alle, die ihr mich versteht und unterstützt...
Barbara mit Gigi - die vor 2 Monaten ihre letzte Anfallserie hatte - und Amelie, die mein Leben mit ihrer ungebrochenen guten Laune so bereichert, und Gigis ebenfalls...

Marsi

Beitrag von Marsi » 02.07.2013, 23:48

Wie sieht das Leben mit einem Epi aus?
Eine Frage , die ich mir 16 Jahre mit meinen Boxern nie gestellt habe und mit der ich doch heute leben muß. Denn der Dritte ist ein Epi. Und das schon mit 7 Monaten.
Ich habe die Hölle durchlebt und das sehr lange. Aber mein Junge hat noch viel mehr gelitten.
In der wichtigen Zeit seines Lebens war er allein im Käfig, allein mit schmerzenden Venen und allein, furchtbar viele Stunden allein.
Die erste Klinik hat ihn zweimal falsch behandelt und mein Junge wäre fast verreckt. So muß ich das mal sagen.
Die zweite Klinik hat ihm das Leben gerettet, aber auch viel zu lange geknobbelt, was und wieviel ihm gut täte.
Epi= Und das ist nur meine Meinung= lässt mir die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Entweder Anfälle bis hin zur totalen komatösen Lage oder viel Medikamente und die mögliche Schädigung der inneren Organe.

Ein Welpe, 7 Monate, im Wachstum macht natürlich noch mehr Schwierigkeiten. Ich habe fast 2 Monate mit der Klinik zusammen gearbeitet. Eine Woche oder fast 2 Wochen zu Hause, dann Anfälle im 10 Minuten-Takt, Klinik-Aufenthalt 1 Woche oder auch bis zu 14 Tage.
Bis ich mal deutlich sagte, nun ist Feierabend. Noch einen Anfall und der Hund muß sterben. Ich hatte mittlerweile über 5500,-- € bezahlt und es war kein Ende in Sicht. Das ist nicht auf Dauer zu bezahlen. Ich bekam dann Rabatte. Aber 1.000,-- € im Monat sind leider immer noch zu hoch.

Ich hatte Angst vor jedem Wochenende. Ich könnte nicht mehr schlafen, weil ich Angst hatte, der Hund kriegt Anfälle.
Tagsüber war ich entspannt, aber Nachts fing ich schon an zu zittern. Der Hund kriegt nen Anfall und was mache ich jetzt?
Ich war wach und der Hund schlief. Aber so ging es nicht weiter. Ich war schon ein Nervenbündel, wenn nur der Freitag in die Nähe kam.

Als ich der Klinik sagte, beim nächsten Anfall ist Schluß, würde er anders eingestellt. Jetzt bekam er Kepra. Die Klinik hat mir sogar die erste Packung geschenkt. Das waren 100 Stk und hätte 191,-- € gekostet. Kann doch wieder Keiner auf Dauer bezahlen. Ich habe ein Generikum gefunden, daß nur 38,95 € kostet und doppelt solange hält. Das geht doch.

Ich habe mich dann an meine Tierärztin gewandt und alles mit ihr besprochen. Sie half mir vernünftig weiter. Wir prüfen den Pheno-Wert mittlerweile in Abständen von 3 Wochen und der Junge hat sich gut entwickelt. Ich musste zwar therapeutische Massnahmen ergreifen, aber es geht ihm gut.
Gut, er kostet im Monat viel Geld, aber für mich, ist es bezahlbar. Wenn Du einen Epi hast, kostet es halt viel Geld. Das ist uns doch klar.
Aber besonders wichtig ist, ich kann wieder schlafen. Ich habe keine Angst mehr vor einem Wochenende oder vor Feiertagen. Ich weiß, er ist eingestellt und ich kann sicher sein, es passiert nichts. Ich kriege alle 3 Wochen Info über den Pheno-Wert und das beruhigt mich.

Vielleicht schaden ihm die Medis, aber wir wollen das Leben heute geniessen und pfeifen auf übermorgen.
Mag sein, mein Schatz lebt nicht lange, aber das jetzt und heute, das gefällt ihm.
Und so ein schönes Leben will ich ihm geben.
Solange ich kann.
Aber auch ich muß Frieden haben.
Anders geht es nicht.
Manchmal muß eine schwere Entscheidung gefällt werden. Ich verstehe Euer " Nein" total.
Ich stand nur 2 Millimeter davor. Er oder ich.
Wir sind nur knapp der Entscheidung entkommen.
Weil ich der Klinik gesagt habe, meine Grenze ist erreicht?
Mit dem Welpen wird nicht mehr experimentiert?
Ich weiß nicht.

Tatsache ist=
Er hat keine Anfälle mehr.
Tatsache ist=
Wir kommen mit normaler tierärztlicher Beratung aus,
Tatsache ist=
Die Medikamente wirken jetzt jeden Tag gleichmässig.

Das war vorher leider nicht der Fall.
Was für ein Wunder.....?
Ich habe Zweifel und zwar heftige Zweifel.
Eure

Marsi

Beitrag von Marsi » 02.07.2013, 23:54

Marsi und Ihr Epi-Knubbel

Haike

Beitrag von Haike » 02.08.2013, 13:11

Wie sieht ein Leben mit Epilepsie aus?

Einmal ist da immer die Angst. Die Angst vor jeden neuen Anfall, vor jeden neuen Krampf... die Angst wie schlimm der Krampf sein wird... ob man helfen kann?

Aber wisst Ihr was... durch die Epilepsie nehme ich auch ganz viele Dinge bewusster auf. Wenn mein Dicker richtig unbeschwert spielt und tobt, dann schaue ich viel bewusster hin und kann es viel mehr geniessen. Ich freue mich dann so mit ihm... das sind dann die Momente die ich im Herzen trage, immer im Herzen haben möchte.

Ich glaube wer einmal mit einem unheilbar kranken Hund zusammen gelebt hat, der wird viel bewusster im Umgang mit seinem Tier.

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Beitrag von Hanni11 » 10.10.2013, 22:48

Als ich das alles gelesen habe sind mir die Tränen gekommen.
Diese verdammte Angst vor dem nächsten Anfall kenne ich zu gut.
Bei jedem Geräusch zucke ich zusammen und gucke zu meinen Hund.
Das erste was ich mache wenn ich von Arbeit komme, natürlich gucken ob alles ok ist,
ob auch nirgends Schleim oder Urin ist,was auf einen Anfall hindeutet.
Unser Bully ist wochenlang anfallsfrei und dann kommt direkt eine Serie,dann muss ich ihn
in die Klinik bringen.
Die Kosten sind hoch und ich verzichte auf Dinge die mir wichtig sind um es zahlen zu können.
Ich habe mich entschieden mein Pferd zu verkaufen,denn die Tierarztkosten lassen mir keine andere Wahl. Und mit dem Geld kann ich das MRT zahlen.

Ich liebe meinen Hund über alles und würde mein letztes Hemd für ihn geben.
Ich freue mich wenn er mal spielt und rennt,denn das ist selten geworden.
Ich hoffe das wir trotz der Krannkheit noch viele schöne Jahre haben.

Erst vor kurzem mussten wir von unseren Gino Abschied nehmen. Noch einen Hund zu verlieren ertrage ich nicht!
Steffi mit Kalle,Holly,Barney, Rosi & Alma

Holly, Boxer, 7 Jahre, 28 kg, 2x 1/2 Tablette Pheno, Taurin, Mariendistel, Gladiator plus

Hanniball der Kämpfer & Grunzkäfer Gino & Spike ich vermisse euch!
Danke das ihr mich ein Stück meines Weges begleitet habt!Unsere Zeit war viel zu kurz!

!!Alle medizinischen Tipps mit dem TA oder Homöopathen absprechen!!

inge

Beitrag von inge » 19.02.2014, 11:24

so langsam fange ich an mich hier durch zulesen. die zeit lässt es nicht zu,dass ich am pc sitze.
zeit, die ich mit ben verbringe,mich um ihn kümmere oder einfach selber paar minuten auf der couch verbringe. haushalt muss ja auch gemacht werden und lara,unsere hündin ist auch noch da.

eure ängste sind auch meine ängste!!
wenn ich lese, dass viele von euch noch arbeiten müssen...meine hochachtung!!
was muss das für eine nervenbelastung sein.
ich trau mich nicht mal richtig aufs klo.
bei ben ist das jetzt eine woche her, dass er die schlimme anfallsfolge hatte.
mittwoch sind wir in die klinik.da war er sehr aphatisch. es wurde ct gemacht,blutuntersuchungen...und...und..
2 tage blieb er dort. das muss die hölle für ihn gewesen sein. er schrie noch lange vor angst auf,wenn man sich ihm nur näherte.
seit sonntag ist es ein auf und ab mit ihm.
lief er die ganzen tage bis zur erschöpfung ständig hin und her,liegt er jetzt sehr oft heute und schläft. mir macht das angst. er ist nicht mal aufgewacht,als wir heute früh aufstanden und lara ihn beschnüffelte.
im normalfall würde ich sagen, er muss sich endlich mal ausschlafen, aber ich bin in habacht- stellung.
soviel herzklopfen wie die letzten tage hatte ich noch nie.

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samos65
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Beitrag von samos65 » 18.09.2014, 12:29

Hier finde ich all meine Ängste wieder. Einerseits beruhigt es mich, andererseits können wir solche Kosten nicht leiste.

Ich habe Angst zu versagen...
Susann mit
Emma (Labrador geb. 04/2010, 33,4 Kilo)
1. Anfall August 2014
Beginn mit Pexion 15.11.2014 2x 400mg
letzter Anfall 02.01.2017
2 x täglich 500mg Pexion,
1g Taurin täglich, 1 Kpsl. tgl. Vitamin B-Komplex, 2 x Magnesium Verla
Kokosöl

Alle Tips zu Medikamenten immer mit dem TA absprechen!

Schokomann

Beitrag von Schokomann » 06.11.2014, 20:15

Ich bin so dankbar, dass ich euch gefunden habe. Niemals habe ich mich verstandener gefühlt, wie in dem Moment, als ich gerade obige Postings gelesen habe.
Die große Liebe zu unseren Tieren und gleichzeitig die, das ganze Leben einschränkende Angst was als nächstes passiert und wie man es meistern kann.
Und den Gedanken, dass irgend eine merwürdige "Macht" uns diese Hunde geschickt hat. Weil sie bei uns die Liebe und Sorgsamkeit haben, die diese Krankheit erfordert.
SO habe ich mir das Halten von Hunden nicht vorgestellt. Trotzdem will ich nicht einen von ihnen missen und werde kämpfen sie zu behalten und ihnen ein wunderbares Hundeleben zu ermöglichen.
Weil sie ein Teil von mir geworden sind!

Fusselsandra

Beitrag von Fusselsandra » 10.02.2017, 14:00

Ihr Lieben,

so langsam arbeite ich mich durch dieses Forum durch. Die Gedanken und Gefühle, die Ihr hier schildert, lassen mir vor Rührung aber auch Erleichterung (klingt doof) die Tränen kullern.

Genau so ist es bei mir auch, seit Cindy ihren ersten Anfall hatte. Ich gucke nur noch auf diesen Hund. Jede Bewegung, die vorher normal schien, wird jetzt genau analysiert. Ich zucke bei jedem Geräusch und habe nur noch einen sehr leichten Schlaf. Bekommt Cindy ihre wilden 5 Minuten habe ich Angst, dass das vom Pexion kommt, liegt sie total schlapp im Körbchen, habe ich die selbe Angst. Liegt sie abends neben mir und zuckt im Schlaf, rutscht mir das Herz in die Hose. Ich fühle mich schon völlig gagga und meine Nerven sind im Eimer. Obwohl es bei uns nicht mal so schlimm ist, wie bei einigen hier. Aber alleine die Diagnose "Epilepsie" mach mich verrückt. Ich lebe alleine und muss entsprechend auch mit meinen Sorgen und Ängsten alleine klar kommen. Wirklich Verständnis finde ich im Bekanntenkreis nicht. Die einen erzählen vom Nachbarshund, der wegen Epilepsie eingeschläfert werden musste ... SUPER !!! Die anderen sagen, ich würde meinen Hund verrückt machen und schenken mir das Buch "Hunde, der Spiegel deiner Seele." So etwas hilft mir gar nicht und will ich auch nicht hören. Dieses Forum ändert an der Sache nichts, aber es tut einfach gut zu wissen, dass man doch nicht ganz alleine auf dieser Welt ist. Und die Gefühle und Gedanken kein Anzeichen dafür sind, dass man selber einen an der Waffel hat. :cry:

Antonia

Beitrag von Antonia » 11.02.2017, 11:24

:group du hast keinen an der Waffel. Oder, wir können es auch anders ausdrücken. Wenn du deswegen einen an der Waffel hast bist du hier in bester Gesellschaft. :mrgreen: Kopf hoch das wird alles besser. Man lernt damit umzugehen. :group

Elke

Beitrag von Elke » 12.02.2017, 16:02

Das ist wirklich alles sehr berührend und so wahr!!!
Meiner kleinen Sina geht es im Moment so schlecht, sie hat trotz der vielen Medikamente jeden Tag ca 4 Anfälle und ist danach lange noch völlig fertig...Wenn sie dann nicht mehr krampft torkelt sie, weil die Medis ihr das Gleichgewicht nehmen, sie traut sich keine Stufe mehr rauf oder runter (geschweige denn über den Stuhl auf den Tisch zu springen, um zu schauen, obs da was zu naschen gibt, was sie vor wenigen Wochen noch gemacht hat)

Mittlerweile bin ich an einem Punkt, an dem ich vor vielen Jahren war, als meine schwer behinderte Tochter, die eine sehr schwer verlaufende Epilepsie hat, in 15 Jahren alle nur denkbaren Untersuchungen und Kliniken und verschiedenste Ärzte hinter sich gebracht hatte. Da war nämlich das Mass so übervoll, die Quälerei für meine Tochter, seit Säugling an, mit ständigem Blut abnehmen, Medikamentenwechsel und und und, dass wir dem allen einen Riegel vorgeschoben haben und gesagt haben, dass wir nur noch mit einem uns sehr verbundenen Kinderarzt weitermachen wollen und eben auch täglich auftretende Anfälle akzeptieren müssen. Meine Tochter ist mittlerweile 33Jahre alt und lebt in einem Wohnheim(kommt jedes 2. Wochenende nach Hause) hat immer noch ihre Anfälle mit Hochs und Tiefs aber so ist es eben und wir sind immer wieder zwischendurch einigermassen glücklich.

Ich werde versuchen, meiner Chi-Hündin Sina ein Leben auch mit Anfällen zu ermöglichen, so lange es geht, ohne sie nur noch zu sedieren. Dann bekäme sie von ihrem Leben ja auch nicht mehr allzuviel mit. Ich hoffe sehr, dass wir eine Medikamentenkombi finde, die uns das ermöglicht...

und ich denke für uns alle gilt, dass unsere Epi-Hunde uns gefunden haben, weil wir uns bestmöglich um sie und ihre Seele sorgen und das wird mich auch trösten, wenn es doch ein schlechtes Ende nimmt...

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Beitrag von Beata » 12.02.2017, 18:25

denkt ihr dran, dass diese Rubrik öffentlich einsehbar ist, es steht auch in der Überschrift.
Beata mit Hannemann und Lienchen
(Bajado, Fietemöpschen, Louis, Gretamäuschen, Basti-Kind, Tristan-Mann und verrückter kleiner Ostfriese Karlson, ..Ihr seid immer bei uns)

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